Krippenausstellungen einzigartig in DeutschlandDie Krippenausstellungen im Eichsfeld sind einzigartig in ganz Deutschland. Nicht nur, weil sie so groß sind, dass sie den gesamten Chorraum der Kirchen ausfüllen. Oft sind es die kleinen Details, welche die Besucher beeindrucken.
„Wir registrieren von Jahr zu Jahr mehr Anfragen zum Thema Krippenausstellungen“, so Jens Kuhr vom Heimat- und Verkehrsverband Eichsfeld (HVE). Dabei konzentriere sich das Interesse keineswegs auf die großen und schon allein deswegen besonders eindrucksvollen Krippen. Auch die kleineren Ausstellungen würden die Menschen zunehmend gerne sehen. Kein Wunder: Die Eichsfelder Krippenausstellungen gehören zu den bemerkenswertesten in ganz Deutschland, etwa die Weihnachtskrippe in Effelder mit ihren 30 Zentimeter hohen handgeschnitzten Oberammergauer Figuren oder die Krippe in Kefferhausen, deren rund 60 Jahre alten Terrakottafiguren wohl jeden Besucher in Erstaunen versetzen. Ein Höhepunkt der Krippen im Südeichsfeld ist sicher die Pfarrkirche „St. Georg und Juliana“ in Küllstedt. In der größten Dorfkirche des Eichsfeldes ist ab dem 13. Dezember schon vom Eingangsportal aus der leuchtende Stern von Bethlehem zu sehen. Er überstrahlt die bis zu 13 Meter hohen Fichten und den drei Meter hohen Krippenstall. 53 Holzfiguren zählt die Krippenlandschaft, welche nahezu den gesamten Chorraum ausfüllt. Elisabeth Töpfer, welche die Führungen in der Kirche organisiert, freut sich über das zunehmende Interesse an der Darstellung. Im Anschluss an eine Führung würden viele Besucher die ebenfalls sehenswerte Heimatstube des Ortes besuchen. Gerade für größere Gruppen könne man im örtlichen Don Bosco-Haus auch ein Kaffee-Trinken organisieren. Sehr empfehlen kann Töpfer auch die Hauskrippenausstellung, die zusätzlich zur großen Krippe von 13. bis zum 20. Dezember in Küllstedt zu sehen sein wird. Töpfer: „Bei den rund 200 Hauskrippen ist für jeden Geschmack etwas dabei. Es gibt Darstellungen aus Stoff, aus Kieselsteinen, aus Ton und selbst aus Legobausteinen. Die Besucher sind immer erstaunt über die vielen Varianten und Formen und wie mit diversen Materialien und Farben, das Geschehen der Heiligen Nacht dargestellt wird“, weiß sie aus der Erfahrung ungezählter Führungen. Doch auch eine Reise in den Norden des Eichsfeldes lohnt für alle, die sich für Krippenausstellungen interessieren. Ein Höhepunkt dort ist sicher der Ort Gieboldehausen. Und das nicht nur wegen des Kaffeetrinkens im dortigen geschmackvoll gestalteten Hof-Café am Pfarrhaus. Die Krippendarstellung in der Pfarrkirche St. Laurentius (zu sehen von 24. Dezember 2009 bis 31.Januar 2010) ist eine der größten Darstellungen des Eichsfeldes - vielleicht sogar Deutschlands. Ihren Hintergrund bilden rund 40 große Fichten vor dem gesamten Hochaltar. Auf einer Fläche von rund 45 Quadratmetern ist aus Tannenzweigen, Moos, Steinen und Baumrinde eine komplette Landschaft entstanden, welche die weihnachtliche Szene umgibt. Für das stilgerechte Aussehen der über 45 Figuren sorgen Frauen aus der Pfarrgemeinde, welche die Gewandungen schneidern. Das Auf- und Abbauen der Krippenanlage übernehmen jedes Jahr acht Gieboldehäuser, die sich in einer Krippen-bruderschaft zusammengeschlossen haben. Und wohl niemand kennt sich mit der Krippe besser aus als der Krippenbruderschaft-Leiter Werner Grobecker. Die Menschen in Gieboldehausen nennen ihn auch "Krippenvater". Er weiß nicht nur, dass die ersten etwa 80 Zentimeter hohen Figuren, welche die Gieboldehausener 1971 anschafften, aus Oberammergau stammen, dass sie Köpfe, Hände und Füße bewegen können, er weiß auch, dass viele Tiere des Waldes und des Feldes in der Darstellung der Weihnachtsgeschichte berücksichtigt sind. Manchmal auch ein wenig versteckt. Grobecker: „Ich empfehle in jedem Fall eine Führüng durch die Krippenlandschaft. Viele spannende Details werden sonst einfach übersehen.“ Etwa die Vögel, die von den großen Fichten aus die Szenerie beäugen und eine Besuch gerade mit Kindern zu einem unvergesslichen Erlebnis machen. (vom 17. November) Dateien: |

















