Stadtführer in Brailleschrift


Blindenverbands-Chef Ralf Lindemann (links) und Hermann Schüttel stellen den neuen Stadtführer für Sehbehinderte vor. (Foto: S. Aschoff)

Einen Stadtführer über Heiligenstadt in Braille- und Großschrift samt tastbarem Stadtplan gibt es jetzt für blinde und sehbehinderte Menschen.
Bislang warten in Thüringen nur Weimar, Erfurt, Eisenach und Nordhausen mit solchen Werken auf.

 

Von Sigrid Aschoff

HEILIGENSTADT - Zwei Jahre hat die Kreisorganisation des Blinden- und Sehbehindertenverbandes (BSV) unter Ralf Lindemann an dem Stadtführer gearbeitet. Jetzt ist das insgesamt 36-seitige Nachschlagewerk, das mit einem Zuschuss aus dem Lottofonds des Landes Thüringen gefördert wurde, fertig.

Informationen bietet es unter anderem zur Geschichte von Heiligenstadt, zu den Sehenswürdigkeiten, den bedeutenden Frauen und Männern, zu Höhepunkten der Kreisstadt im Jahr sowie zum hiesigen Kurwesen und zur Deutschen Märchenstraße. Ertastet können die Nutzer darüber hinaus ein Bild vom Juristen und Schriftsteller Theodor Storm, der 1856 zum Kreisrichter in Heiligenstadt ernannt wurde. "Der Führer ist eine gute Ergänzung zu unserem bundesweit einmaligen Projekt 'Urlaub für Blinde' und zur Speisekarte in taktiler Schrift", sagt Lindemann. Mittlerweile nutzen jedes Jahr rund 90 Blinde und Sehbehinderte dieses spezielle Freizeitangebot im Eichsfeld, zu dem Stadtführungen ebenso gehören wie Tipps zu Unterkünften.

Unterstützt haben die Arbeit an dem neuen Werk, das in der Geschäftsstelle des Verbandes erhältlich ist, der ehemalige Museumsleiter Wolfgang Friese, Hermann Schüttel, der schon einen Führer für das Heilbad erarbeitet, Marie-Theres Nolte sowie Margit Weinrich.

Als Nächstes plant der Eichsfelder Blindenverband nun die Herausgabe eines Kirchenführers. Vorgestellt werden sollen dabei die vier Gotteshäuser der Kreisstadt. (vom 10. Juni 2010)







 


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