Wallfahrtsort Breitenholz

Unstrutaufwärts erhebt sich nur wenige hundert Meter vor der Stadt, nahe dem Weg ins benachbarte Kefferhausen, der Kerbsche Berg, der als "Chirichberg" vielleicht schon 974 in einer Urkunde Kaiser Ottos II., mit Sicherheit aber 1134 als "Kirchberc" genannt wurde. Eine dem Hl. Martin geweihte Kirche, die zu den ältesten des Eichsfeldes gehörte, stand auf diesem Berg. Sie genoss lange Zeit, als Ziel von Prozessionen aus allen umliegenden Orten, ein hohes Ansehen.

Um 1700 wurde eine neue Kapelle und auf Anregung des engagierten Dingelstädter Pfarrers Cyriakus Frankenberg ab 1752 ein neuer Kreuzweg errichtet.

Ab 1754 führte eine "heilige Wallfahrt in andächtiger Besuchung des schmerzhaften Creuzwegs unseres Erlösers Christi Jesu zu dem über dem Marktflecken Dingelstädt im Eichsfelde gelegenen Calvari - Berg". Pfarrer Frankenberg hatte mit dem biblischen Namen "Kalvarienberg" die weniger klangvolle Bezeichnung für den Kerbschen Berg aufzuwerten versucht.

Nach langjährigem segensreichen Wirken nahmen die Patres 1994 Abschied vom Kerbschen Berg. Die Klosterkirche ist weiterhin Stätte des Gebets und der Gottesdienste. In die Klosteranlage, die nun ein Familienzentrum des Seelsorgeamtes für das Bistum Erfurt beherbergt, laden Seelsorger und Ursulinen - Schwestern ein.

Alljährlich am Sonntag nach dem Fest "Christi Himmelfahrt" finden sich seit 1960 zahlreiche Frauen aus dem Eichsfeld und dem Bistum Erfurt anläßlich der inzwischen traditionellen Frauenwallfahrt zum Gottesdienst und zur gemeinsamen Feierstunde ein.

Die Frauenwallfahrt findet am Sonntag nach dem Fest "Christi Himmelfahrt" statt.